Tage
Nicht vergessen: Die Studie über die Woche findet sich hier.
| Wort | Herkunft und Entwicklung | Heute belegt seit |
|---|---|---|
| Montag | Latein: dies Lunae, „Tag des Mondes“, dann Lunae dies. 1119: lunsdi |
1160 |
| Dienstag | Latein: dies Martis, „Tag des Mars“, dann Martis dies. 1119: marsdi |
1262 |
| Mittwoch | Latein: dies Mercuris, „Tag des Merkur“, dann Mercuri dies. 1119: mercresdi 1339: merkredi |
1694 |
| Donnerstag | Latein: dies Jovis, „Tag des Jupiter“, dann Jovis dies. 1119: juesdi 1694: jeudy |
1740 |
| Freitag | Latein: Veneris diem, „Tag der Venus“. 1119: vendresdi 1694: vendredy |
1740 |
| Samstag | Latein: dies Saturni, „Tag des Saturn“, dann sambati dies, „Tag des Sabbats“. sambati kommt vom Genitiv von sambatum. 12. Jahrhundert: samadi, samedi. 1694: samedy |
1740 |
| Sonntag | Latein: dies dominicus, „Tag des Herrn“, dann didominicu, später diominicu. 1119: diemenche. 14. Jahrhundert: dymanche |
1690? |
Monate
| Wort | Herkunft und Entwicklung | Heute belegt seit |
|---|---|---|
| Januar | Spätlatein: jenuarius. Latein: januarius, „Monat des Janus“. In der römischen Mythologie war Janus, von janua, „Eingangstür“, der Gott der Türen, der Anfänge und der Übergänge. Er wurde mit zwei einander entgegengesetzten Gesichtern dargestellt, eines nach vorn, eines nach hinten, damit er Ein- und Ausgang zugleich überwachen konnte. Er stand am Beginn des Jahres. Um 1120: jenvier. |
Ende 12. Jahrhundert |
| Februar | Klassisches Latein: februarius mensis, „Monat der Reinigung“. Spätlatein: febrarius. |
12. Jahrhundert |
| Mars | Unsichere Herkunft. Latein: martius mensis bedeutet „Monat des Mars“, wobei Mars den Kriegsgott bezeichnet. Der Name Mars könnte auf eine Entstellung des Namens Ares zurückgehen. |
1215 |
| April | Klassisches Latein: aprilis. Vulgärlatein: aprilius, um an Formen wie martius, junius, julius angeglichen zu werden. 1080: avrill in der Chanson de Roland. Damals bezeichnete avril sowohl den Monat als auch den Frühling. Im Mittelfranzösischen bezeichnet avril nicht mehr den Monat, sondern „den Frühling“ und „die Blüte des Lebens“. |
1120 |
| Mai | Latein: maius oder majus, derselbe Stamm wie bei major, dem Komparativ von magnus, also „groß“. maius mensis bedeutete „Monat der Maia“. Maia war eine italische Göttin, Tochter des Faunus und Gemahlin des Vulkan, später mit einer der Plejaden gleichgesetzt. |
1080 |
| Juni | Zwei Ursprünge sind möglich: 1) Latein: junius, Monat der Juno, einer zunächst italischen, dann römischen Gottheit und Gemahlin Jupiters. Sie war die Göttin der Weiblichkeit und der Ehe. 2) neuere Hypothese Latein: junius mensis, „Monat des Junius“, wobei Junius der erste Konsul Roms und einer der Gründer der Republik gewesen sein soll. |
1119 |
| Juli | Latein: julius mensis, „Monat des Julius“. Dieser Monat wurde zu Ehren von Julius Cäsar so benannt, der in diesem Monat geboren wurde. 1213, Altfranzösisch: juil im heutigen Sinn des Monats Juli, später unter dem Einfluss des französischen Namens für Juni. Belegt sind auch Formen wie juignet oder juigniet, bei denen das Diminutivsuffix „-et„die Bedeutung“kleiner Juni„oder“junger Juni“ ergibt. |
13. Jahrhundert |
| August | Volkssprachliches Latein: augustus (mensis), „Monat des Augustus“, anstelle von Sextilis (mensis), zu Ehren des Kaisers Augustus. Spätlatein: augustus wurde zu agustus. Augustus bedeutete „durch die Auguren geweiht“, wobei augure „günstiges Vorzeichen“ heißt. Das Wort geht auf die indoeuropäische Wurzel aweg zurück, „vermehren, wachsen“. Um 1120: aüst. 12. Jahrhundert: aoust. Später: agust, aüst, aost, aoust, oust, äust. |
12. Jahrhundert |
| September | Latein: von septem, also „der siebte Monat des Jahres“. Im Griechischen findet sich die Form hept, die man auch im französischen Wort hebdomadaire wiederfindet. 1100: setembre |
12. Jahrhundert |
| Oktober | Latein: von octo, „acht“. 1119: uitovre |
1213 |
| November | Latein: von novem, „neun“. | 1119 |
| Dezember | Klassisches Latein: december, abgeleitet von decem, „zehn“. | 12. Jahrhundert |
Jahreszeiten
| Wort | Herkunft und Entwicklung | Heute belegt seit |
|---|---|---|
| Printemps | Latein: primus tempus, wörtlich „erste Zeit“, im Sinn von „gute Jahreszeit“. Altfranzösisch: primever, damals im Sinn von „Frühling“. Aus primever wurde im modernen Französischen primevère, also „Blume, die im Frühling erscheint“. 13. bis 16. Jahrhundert: Printens-temps. Daneben gab es im 12. Jahrhundert auch die Form prins tans, später prinstans. |
Ende 13. Jahrhundert |
| Sommer | Indoeuropäische Wurzel aidh-, mit der Bedeutung „brennen“. Griechisch: das Verb aithein, „brennen machen“, führte zu aithêr, „lichter Himmel“, „oberer Bereich der Luft“. Klassisches Latein: aestatem, der Akkusativ von aestas, das bereits „Sommer“ bedeutete und ein weibliches Substantiv war. Dass das französische Wort heute männlich ist, hängt vermutlich mit den anderen Namen der Jahreszeiten zusammen, die ebenfalls männlich sind. Die Form aestivus, „zum Sommer gehörig“, wurde im Spätlatein zu aestivalis und führte zu estival. 1100: ested. 1140: esté. |
17. Jahrhundert |
| Automne | Latein: autumnus oder auctumnus. Das Wort geht auf augeo zurück, „vergrößern, vermehren“, und hat deshalb dieselbe Wurzel wie auctor, Urheber. Autumnus bezeichnet also die Jahreszeit, die an Fülle gewinnt. |
13. Jahrhundert |
| Hiver | Latein: das Adjektiv hibernum tempus, winterliche Zeit. Das lateinische Substantiv hiems bezeichnet eine Phase schlechten Wetters. 1160: hyver. |
17. Jahrhundert |